Shillelagh Swingers

Was ist Squaredance? Ein Überblick für Einsteiger

· Shillelagh Swingers SDC Erlangen

Squaredance ist mehr als nur Tanzen – wer einmal in einer Halle gestanden hat, von einem Caller durch bunte Figuren geführt wurde und am Ende des Abends schweißgebadet lacht, versteht sofort, warum dieser Tanzsport Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Doch was steckt eigentlich dahinter, und wie findet man als Neuling den Einstieg?

Die Grundidee: Tanzen auf Ansage

Beim Squaredance tanzen immer vier Paare gemeinsam in einem Quadrat – daher der Name. Ein sogenannter Caller gibt per Mikrofon Tanzfiguren durch, meist auf Englisch, und die Tänzerinnen und Tänzer führen diese unmittelbar aus. Das Besondere: Man muss die Abfolge nicht auswendig lernen. Der Caller entscheidet spontan, welche Figuren er aneinanderreiht. Das macht jeden Abend anders und hält die Konzentration dauerhaft hoch.

Squaredance stammt aus den USA und hat sich seit den 1950er Jahren auch in Europa und Deutschland zu einer lebendigen Gemeinschaft entwickelt. Heute gibt es Clubs von Bayern bis Hamburg, die regelmäßig tanzen, Turniere besuchen und Gäste aus aller Welt willkommen heißen.

Die Programmstufen: Von Mainstream bis Advanced

Squaredance ist in klar definierte Programmstufen gegliedert. Das ist kein Zufall – es ermöglicht, dass Tänzer aus verschiedenen Clubs und Ländern problemlos miteinander tanzen können, sobald sie dieselbe Stufe beherrschen.

Mainstream

Mainstream ist der Einstieg und das Herzstück des Squaredance. Rund 68 Grundfiguren bilden das Fundament – darunter Klassiker wie Do Sa Do, Swing, Promenade oder Circle Left. Ein Anfängerkurs dauert typischerweise ein Jahr und führt systematisch durch alle Figuren. Am Ende steht die sogenannte Graduation, bei der man offiziell in den Club aufgenommen wird.

Squaredance lernen auf Mainstream-Niveau ist anspruchsvoller, als es zunächst wirkt. Die Figuren greifen ineinander, Formationen wechseln schnell, und wer nicht aufpasst, steht plötzlich an der falschen Stelle im Quadrat. Genau das macht es aber so lebendig.

Plus

Wer Mainstream sicher beherrscht, kann mit Plus weitermachen. Etwa 30 zusätzliche Figuren erweitern das Repertoire. Die Bewegungsabläufe werden komplexer, die Kombinationen anspruchsvoller. Viele Clubs tanzen abwechselnd Mainstream- und Plus-Sessions, sodass beide Stufen regelmäßig geübt werden.

Advanced und höhere Stufen

Advanced (A1 und A2) sowie Challenge (C1 bis C4) sind die höchsten Programmstufen. Hier kennen die Tänzer mehrere Hundert Figuren und reagieren auf Ansagen, die in Sekundenbruchteilen präzise ausgeführt werden müssen. Diese Stufen sind etwas für langjährige Tänzer mit viel Erfahrung – aber sie zeigen eindrucksvoll, wohin die Reise gehen kann.

Was Squaredance für Anfänger so attraktiv macht

Der vielleicht größte Vorteil: Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer noch nie getanzt hat, ist genauso willkommen wie jemand mit Tanzerfahrung. Das Tanzen in der Gruppe schützt vor Lampenfieber – alle sind im selben Boot und helfen sich gegenseitig.

Dazu kommt die soziale Komponente. Squaredance-Clubs sind bekannt für ihre Herzlichkeit. Gäste aus anderen Clubs oder aus dem Ausland werden sofort ins Quadrat aufgenommen. Bei großen Events wie Conventionen tanzt man mit Menschen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden oder den USA – und die gemeinsame Sprache sind die Figuren.

Körperlich ist Squaredance ebenfalls nicht zu unterschätzen. Ein typischer Tanzabend bedeutet mehrere Stunden Bewegung, ohne dass man es als Sport wahrnimmt. Der EAASDC e.V. (European Association of American Square Dance Clubs), der europäische Dachverband, zählt Dutzende Mitgliedsclubs allein in Deutschland und koordiniert jährlich überregionale Veranstaltungen.

Der erste Schritt

Squaredance für Anfänger bedeutet: hingehen, zuhören, ausprobieren – und keine Angst vor Fehlern haben. Fast jeder Club bietet offene Schnupperstunden oder Anfängerkurse an, bei denen man ohne Verpflichtung reinschnuppern kann. Ein Partner ist übrigens keine Voraussetzung; viele Clubs vermitteln Tanzpartner für den Kursabend.

Wer sich für den Tanzsport interessiert, findet in der Region Erlangen und Franken eine aktive Squaredance-Gemeinschaft. Der Einstieg lohnt sich – egal ob man Figuren wie Allemande Left nach wenigen Wochen im Schlaf beherrscht oder sich noch ein bisschen bei Star Thru verheddert.