Squaredance lernen: So findest du einen Club in deiner Nähe
Squaredance ist eine dieser Tanzformen, die man am besten einfach erleben muss. Wer einmal zugeschaut hat, wie eine Gruppe Menschen auf Kommando des Callers reibungslos durch komplexe Figuren navigiert, wird schnell verstehen, warum dieser Tanz so viele begeistert. Doch wie kommt man von null – also vom völlig unwissenden Zuschauer – zum vollwertigen Clubmitglied? Dieser Leitfaden zeigt dir den Weg.
Warum Squaredance überhaupt?
Bevor es ans Suchen geht, kurz ein Wort dazu, was dich erwartet. Squaredance ist kein Showtanz für die Bühne, sondern ein gemeinschaftlicher Freizeittanz für alle. Egal ob jung oder älter, sportlich durchtrainiert oder eher nicht – was zählt, ist das Mithören, das Reagieren auf den Caller und die Freude am gemeinsamen Bewegen. Partnerschaft ist erwünscht, aber kein Muss: In vielen Clubs wechseln die Tanzpartner während eines Abends ohnehin ständig.
Dazu kommt: Squaredance-Clubs sind meist kleine, eingeschweißte Gemeinschaften. Man lernt sich schnell kennen, hilft Anfängern auf die Sprünge und feiert gemeinsam Erfolge.
Schritt 1: Die Suche starten
Online-Clubverzeichnisse nutzen
Der direkteste Weg ist die Suche über bestehende Verzeichnisse. Auf Ralf Benders Square Dance Seite findest du eine gepflegte Sammlung von Clubs und Adressen aus dem deutschsprachigen Raum – ein guter erster Anlaufpunkt, um Clubs in der eigenen Region zu entdecken.
Wer mit dem Begriff „Squaredance Club Deutschland" sucht, stößt schnell auf weitere regionale und überregionale Listen. Viele Clubs betreiben eigene Websites oder sind in sozialen Netzwerken aktiv.
Regional denken
Squaredance-Clubs gibt es in Deutschland in überraschend vielen Städten – von München über Hamburg bis hin zu kleineren Städten wie Erlangen. Wer in Franken oder der Metropolregion Nürnberg lebt, ist geografisch gut aufgestellt, da hier eine aktive Tanzszene existiert. Für andere Regionen lohnt sich die Suche nach dem nächstgelegenen Club, kombiniert mit einer kurzen Fahrbereitschaft, denn Tanzabende finden meist einmal wöchentlich statt.
Schritt 2: Den ersten Kontakt wagen
Hast du einen Club gefunden, der geografisch passt, ist der nächste Schritt denkbar einfach: einfach melden. Die meisten Clubs freuen sich ausdrücklich über Neuinteressierte und bieten regelmäßige Schnupperstunden oder offene Probeabende an.
Was du dabei mitbringen musst:
- Bequeme Kleidung – nichts Enges, nichts, das dich beim Drehen einschränkt
- Flache Schuhe mit glatter Sohle, am besten mit etwas Bewegungsfreiheit für Drehungen
- Offenheit – kein Vorwissen nötig, kein Rhythmusgefühl vorausgesetzt
Eine typische Schnupperstunde dauert ein bis zwei Stunden. Du lernst ein paar grundlegende Bewegungen, bekommst ein Gefühl für das Zusammenspiel von Caller und Tanzgruppe – und kannst danach entscheiden, ob es passt.
Schritt 3: Den Anfängerkurs belegen
Gefällt dir, was du siehst? Dann startet die eigentliche Reise mit dem Squaredance Kurs – dem sogenannten Mainstream-Kurs. Er dauert üblicherweise eine Tanzsaison lang (September bis Mai) und vermittelt alle rund 68 offiziellen Mainstream-Calls.
Was im Kurs auf dich zukommt
Die ersten Wochen wirken manchmal chaotisch. Der Caller ruft Kommandos auf Englisch, Arme fliegen, jemand dreht sich in die falsche Richtung. Das ist völlig normal – und gehört dazu. Wichtig ist, nicht aufzugeben. Erfahrene Clubmitglieder stehen beim Kurs fast immer mit dabei und helfen diskret weiter.
Mit jeder Stunde wachsen das Reaktionsvermögen und das räumliche Denken. Nach etwa der Hälfte des Kurses entsteht dieses besondere Gefühl: Der Automatismus greift, der Kopf hört auf zu denken, der Körper folgt einfach dem Ruf.
Kosten und Aufwand
Die Kursgebühren variieren je nach Club, liegen aber meist im erschwinglichen Bereich – oft zwischen 80 und 150 Euro für die gesamte Saison. Hinzu kommt der reguläre Clubbeitrag nach dem Abschluss. Im Vergleich zu vielen anderen Tanzschulen ist Squaredance eine ausgesprochen budgetfreundliche Freizeitbeschäftigung.
Schritt 4: Vollwertiges Clubmitglied werden
Nach dem Abschluss des Mainstream-Kurses gehörst du offiziell dazu. Viele Clubs feiern das mit einer kleinen Zeremonie oder dem Überreichen eines Club-Badges – ein echtes Willkommensgefühl.
Von da an öffnet sich die Squaredance-Welt:
- Plus-Level: Aufbaukurs mit weiteren Calls für ambitioniertere Tänzer
- Tanzreisen und Festivals: Squaredance-Clubs sind weltweit vernetzt – mit deinem Clubausweis kannst du überall mittanzen
- Jahreshöhepunkte: Viele Clubs veranstalten eigene Events, zu denen Gäste aus dem ganzen Land eingeladen werden
Fazit
Der Weg vom Neuling zum Clubmitglied ist kürzer, als er anfangs aussieht. Ein Squaredance Kurs dauert nur eine Saison – und danach wartet eine Gemeinschaft, die auf Dauer trägt. Wer heute eine Schnupperstunde besucht, tanzt in einem Jahr vielleicht schon bei einem Special-Event mit. Den ersten Schritt muss man einfach machen.