Shillelagh Swingers

Squaredance in Deutschland: Vereine, Conventions und Community

· Shillelagh Swingers SDC Erlangen

Wer einmal auf einem Square Dance mitgetanzt hat, vergisst das Gemeinschaftsgefühl so schnell nicht wieder: acht Menschen in einem Quadrat, ein Caller, der die Figuren ins Mikrofon ruft, und das kollektive Aufblühen, wenn alle gleichzeitig an der richtigen Stelle landen. In Deutschland ist diese aus den USA stammende Tanzform seit den 1950er-Jahren heimisch – und die Szene ist lebendiger, als viele vermuten.

Squaredance in Deutschland – eine unterschätzte Tanzkultur

Wer bei Squaredance an Cowboyhüte und Countrybühnen denkt, unterschätzt, wie tief verwurzelt dieser Tanz mittlerweile in der deutschen Freizeitkultur ist. Innerhalb Europas hat Deutschland neben Großbritannien die mit Abstand dichteste Vereinslandschaft. Vereine finden sich von Hamburg bis München, von Düsseldorf bis Erlangen – viele davon seit Jahrzehnten aktiv.

Die meisten deutschen Clubs tanzen auf den Programmstufen Mainstream und Plus. Mainstream bildet das Fundament: etwa 68 Basisfiguren, die jeder Neueinsteiger in einem Anfängerkurs erlernt. Plus baut darauf auf und erweitert das Repertoire um weitere Bewegungsabläufe. Fortgeschrittene Tänzerinnen und Tänzer steigen weiter auf in die Levels Advanced und Challenge – dort wird es anspruchsvoll bis hochkomplex.

Wie viele Vereine gibt es?

Eine genaue Gesamtzahl ist schwer zu benennen, da die Vereinslandschaft sich laufend verändert. Aktive Clubs, ruhende Clubs, Neugründungen – das Bild ist dynamisch. Eine gute Orientierung bietet die interaktive Square Dance Karte auf squaredance.net, die regelmäßig tanzende Clubs in Deutschland und Europa geografisch auflistet. Wer einen Squaredance Verein finden möchte, kann dort nach Region filtern und sieht auf einen Blick, wo in der Nähe getanzt wird.

Anfänger willkommen: So findet man Anschluss

Square Dance ist kein Zuschauertanz – man wird mitgerissen, im wörtlichen Sinne. Das macht den Einstieg manchmal einschüchternd, gleichzeitig aber auch so zugänglich: Ohne Vorkenntnisse, ohne festen Partner, ohne Tanzerfahrung kann man beginnen.

Der klassische Einstieg läuft über einen Anfängerkurs, den die meisten Clubs im Herbst oder Januar anbieten. Der Kurs dauert in der Regel mehrere Monate und führt systematisch durch alle Mainstream-Figuren. Am Ende steht das sogenannte Graduation, die feierliche Aufnahme in den Club – ein Moment, den viele Tänzer als echten Meilenstein beschreiben.

Wichtige Tipps für den Einstieg:

  • Kursstart im Blick behalten: Viele Clubs nehmen nur zu bestimmten Terminen neue Teilnehmer auf. Die Clubwebsite oder Vereinsverzeichnisse geben Auskunft.
  • Einfach vorbeikommen: Offene Tanzabende und Schnupperstunden sind verbreitet. Wer sich das Tanzen erst ansehen will, ist herzlich willkommen.
  • Keine feste Partnerin nötig: Im Square Dance wechseln die Paare ständig – das Quadrat funktioniert auch solo.

Großveranstaltungen: Conventions und Specials

Neben dem regelmäßigen Clubbetrieb ist die Convention-Kultur ein zentrales Element des Squaredance-Lebens. Diese mehrtägigen Veranstaltungen bringen Tänzerinnen und Tänzer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus zusammen.

Die German Square and Round Dance Convention

Die jährliche nationale Convention ist der Höhepunkt im deutschen Squaredance-Kalender. Sie wechselt den Austragungsort und bietet über mehrere Tage parallele Tanzsäle für verschiedene Programmstufen – von Mainstream bis Challenge. Hinzu kommen Round Dance, Clogging und gesellschaftliche Programmpunkte.

Europäische und internationale Treffen

Squaredance Deutschland ist fest in das europäische Netzwerk eingebunden. Die EAASDC (European Association of American Square Dance Clubs) koordiniert länderübergreifende Veranstaltungen. Besonders bekannt ist die iPAC Convention (International Plus, Advanced & Challenge), die alle zwei Jahre in Deutschland stattfindet und Tänzerinnen und Tänzer auf den höheren Programmstufen aus ganz Europa zusammenbringt – zuletzt in Frankfurt am Main.

Club-Specials: das Herzstück der lokalen Szene

Neben den großen Conventions veranstalten viele Clubs eigene Specials – kleinere, aber oft sehr persönlich gestaltete Tanzwochenenden. Ein gutes Beispiel ist das Shillelagh & Shilleila Special, das der Erlanger Club Shillelagh Swingers SDC als jährliches Highlight ausrichtete. Solche Veranstaltungen zeichnen sich durch ein familiäres Ambiente aus: Man tanzt, isst zusammen, tauscht sich aus – und lernt Gleichgesinnte aus anderen Clubs kennen.

Community: mehr als nur tanzen

Was Square Dance von vielen anderen Tanzformen unterscheidet, ist die ausgeprägte Club-Identität. Vereine wie der Shillelagh Swingers SDC Erlangen sind keine anonymen Sportkurse, sondern echte Gemeinschaften mit Geschichte, Traditionen und einem aktiven sozialen Leben abseits der Tanzfläche.

Banner Exchange ist ein schönes Beispiel dafür: Wenn ein Club ein anderes Club-Banner „stiehlt" (in freundlichem Sinne), muss es beim nächsten Besuch zurückgeholt werden – ein Brauch, der Kontakte zwischen Clubs weltweit lebendig hält.

Wer Squaredance Deutschland erkunden möchte, stößt schnell auf diese warmherzige Netzwerkkultur. Die Szene ist überschaubar genug, dass man sich kennt – und offen genug, um neue Gesichter mit Freude zu empfangen.