Clubgeschichte: Die Shillelagh Swingers Erlangen
Erlangen ist vielen als Universitätsstadt und Sitz eines der größten Arbeitgeber Bayerns bekannt – doch für eine treue Schar von Tanzbegeisterten bedeutet die Stadt noch etwas ganz anderes: Sie ist die Heimat der Shillelagh Swingers, eines Square Dance Clubs mit einer langen Geschichte, einer lebendigen Gemeinschaft und einem unverwechselbaren irisch inspirierten Charakter.
Wie alles begann
Die Gründung der Shillelagh Swingers fiel in eine Zeit, in der Square Dancing in Deutschland eine echte Blütephase erlebte. Seit den 1970er und 1980er Jahren breitete sich die amerikanische Tanztradition rasch über den Atlantik aus – zunächst durch US-amerikanische Militärangehörige, später durch begeisterte Tänzerinnen und Tänzer, die den Stil eigenständig weitertrugen. In Erlangen fanden sich Menschen zusammen, die nicht nur tanzen, sondern auch eine echte Clubgemeinschaft aufbauen wollten.
Der Name war von Anfang an Programm: Der Shillelagh, ein traditioneller irischer Gehstock aus Schlehendornholz, steht für Bodenständigkeit, Tradition und eine gewisse verschmitzte Lebensfreude. Diese Kombination aus amerikanischem Tanzerbe und europäischem Clubgeist prägte die Shillelagh Swingers von Beginn an.
Tanzen auf zwei Levels: Mainstream und Plus
Ein wesentliches Merkmal des Clubs ist das Engagement auf zwei Programmstufen. Beim Mainstream-Level lernen Einsteiger die grundlegenden Figuren des Square Dancing – von Do-Si-Do über Swing Thru bis Star Thru. Es ist die Basis, auf der sich alle Tänzerinnen und Tänzer treffen, unabhängig von Erfahrung oder Herkunft.
Das Plus-Programm hingegen wendet sich an fortgeschrittene Aktive. Die Figuren werden komplexer, die Timing-Anforderungen steigen, und das Zusammenspiel im Square muss sitzen. Wer beim Plus tanzt, hat hunderte von Stunden auf dem Parkett hinter sich – und merkt es kaum noch, so selbstverständlich fließen die Calls.
Der Caller als Herzstück
Kein Square Dance ohne Caller. Der Caller gibt im Rhythmus der Musik die Tanzbefehle – und entscheidet damit über Tempo, Stimmung und Schwierigkeit eines Abends. Bei den Shillelagh Swingers gehörte ein verlässlicher Caller stets zum festen Kern der Clubaktivitäten. Lokale und überregionale Caller brachten immer wieder frische Impulse in die regelmäßigen Tanzabende.
Die Shillelagh & Shilleila Special – das Jahreshighlight
Was einen Club wirklich zusammenschweißt, sind die großen gemeinsamen Ereignisse. Bei den Shillelagh Swingers war das über viele Jahre das Shillelagh & Shilleila Special – ein jährlich wiederkehrendes Tanzevent, das weit über die Erlanger Stadtgrenzen hinaus bekannt war.
Der Name ist typisch für die Clubphilosophie: Während der Shillelagh für den männlichen Part steht, verweist die Shilleila spielerisch auf die Tänzerinnen. Das Event zog regelmäßig Gäste aus der gesamten deutschen und europäischen Square Dance Szene an – ein Beweis dafür, wie gut vernetzt die Swingers in der Community waren.
Solche Veranstaltungen sind in der Szene weit mehr als Tanzabende. Sie sind Wiedersehen alter Freunde, Bühne für Gastcaller aus anderen Clubs und Regionen, Gelegenheit für Neugierige, einen ersten Eindruck zu gewinnen – und nicht zuletzt einfach ein Fest.
Teil einer größeren Bewegung
Die Shillelagh Swingers standen nie allein. Sie waren eingebettet in ein breites Netzwerk aus deutschen und europäischen Square Dance Clubs, die sich gegenseitig bei Specials und Festivals besuchen, Caller austauschen und neue Tänzerinnen und Tänzer herzlich willkommen heißen. Wer sich für die gesamte deutsche Square Dance Landschaft interessiert, findet auf sdinfo.de eine umfangreiche und regelmäßig aktualisierte Übersicht aller aktiven Clubs – von Bayern bis Schleswig-Holstein.
Diese Vernetzung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Tanzkultur, die auf Offenheit, Gastfreundschaft und gegenseitigem Respekt beruht. Ein Square ist immer eine Gemeinschaftsleistung: Wenn nur eine Person aus dem Takt fällt, kommt das ganze Quadrat ins Stolpern. Diese Abhängigkeit voneinander schafft eine ganz besondere Verbindung unter Tänzerinnen und Tänzern.
Was die Shillelagh Swingers besonders machte
Viele Square Dance Clubs kommen und gehen. Was einen Club zu einer festen Größe macht, ist selten ein einzelner Faktor – es ist das Zusammenspiel aus einer aktiven Kerngruppe, regelmäßigen Terminen, guter Organisation und dem Willen, neue Mitglieder aufzunehmen und auszubilden.
Die Shillelagh Swingers hatten all das. Sie pflegten ihre Vereinsgeschichte bewusst, dokumentierten Clubnachrichten und Veranstaltungen, und bauten über eine Bannerausstellung aktive Verbindungen zu befreundeten Clubs auf. Solche Clubbanner – kleine Wimpel, die auf Specials und Festivals ausgetauscht werden – sind in der Square Dance Welt eine lebendige Tradition. Sie hängen in Tanzsälen und Clubräumen und erzählen von jedem Besuch, jeder Begegnung, jedem gemeinsamen Tanzabend.
In Erlangen, mitten in der fränkischen Metropolregion Nürnberg, fanden die Shillelagh Swingers ihren Platz – und hinterließen in der deutschen Square Dance Geschichte ihre eigene, unverwechselbare Spur.